BNE als Querschnittsaufgabe: Warum der Mythos „nicht mein Bier“ problematisch ist

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Viele Lehrkräfte finden Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wichtig, sehen sich aber nicht in der Lage, sie in ihrem Unterricht zu vermitteln. Dahinter steckt eine verzerrte Vorstellung sowohl vom Wesen der BNE als auch vom eigenen Bildungsauftrag.

Im Beitrag widerlegt Dr. Siegel mithilfe des Bildungsmythen-Widerlegungscanvas den verbreiteten Mythos, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sei keine Aufgabe aller Lehrkräfte.

canvas widerlegung bildungsmythen elementarisiert dt. dr. stefan t. siegel upscaled

Stefan T. Siegel argumentiert:

  • BNE ist bildungspolitisch als Querschnittsaufgabe verankert (KMK 2017) und bildungstheoretisch zentral (Klafki 2007): Sie zielt auf die Bewältigung epochaltypischer Schlüsselprobleme – von der Klimakrise bis zur sozialen Ungleichheit.
  • Der Mythos entsteht durch eng gefasste Nachhaltigkeitsverständnisse („nur Ökologie“), fachliche Identitätsgrenzen und die Wahrnehmung als Zusatzbelastung (Besa et al. 2024).
  • Folgen: Verantwortung wird delegiert, BNE bleibt punktuell – statt als systemisches Prinzip wirksam zu werden (Sterling 2024).

Lösung: BNE erfordert kein „Mehr“ an Stoff, sondern eine veränderte Perspektive – durch fachübergreifende Vernetzung und strukturelle Verankerung (Holst et al. 2024).

Fazit: BNE ist Kern schulischer Bildung – und Aufgabe aller Lehrkräfte, nicht einzelner Fächer.

Zum Weiterlesen:

Der Beitrag wird auch im April in folgendem Sammelband erscheinen: